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90% Originalität

Der Finkhof im ständigen Wandeln - gestern, heute, morgen

Entstanden ist die Schäfereigenossenschaft Finkhof in den 1970er Jahren aus einer Jugendwohngemeinschaft, die sich auf die damals roten Fahnen geschrieben hatte: alles ohne Chef, keine Familie, Selbstversorgung und politische Arbeit.

Beim Shop Usability Award 2018 hat der sympathische Shop mit anregenden Einkaufswelten rund um Wolle, Felle, Haushaltswaren und Kosmetik den Sieg in der Kategorie "Small Business" nach Hause getragen. Wir wollten dem Erfolg auf den Grund gehen und haben Kai Kallenberger, Shop-Verantwortlicher, ein paar Fragen gestellt.

Das Besondere am Shop von Finkhof ist eigentlich die Story. Auf der gesamten Seite wird ein wirklich spannendes Konzept verkauft – ohne Marketingtricks – einfach echt. Kannst Du die Story in wenigen Sätzen zusammenfassen?

Die Schäfereigenossenschaft Finkhof eG ist ein Betrieb in Selbstverwaltung, bei dem sich alles um Schafe und deren verwertbaren Produkte – Wolle und Felle – dreht. Sie entstand zu einer Zeit (1971), als Wunsch und Glaube noch Berge versetzte und junge Menschen auf´s Land zogen, um neue Lebensformen auszuprobieren und sich selbst zu versorgen. Ausgehend von der Wolle und den Fellen unserer Schafe haben wir mittlerweile ein umfassendes Versandangebot zusammengestellt. Ökologische Kriterien, hohe Qualitäts- und Sozialstandards und die Langlebigkeit der Produkte sind uns dabei besonders wichtig. Wir selbst betreiben neben der Schäferei eine Fellnäherei, eine Handweberei und einen kleinen aber feinen Hofladen in Arnach.

Eigentlich würde ein kleiner, lokaler Laden zu so einem Konzept gut passen. Ihr habt Euch aber für einen umfangreichen Shop entschieden. Wann und wie ist die Entscheidung gefallen, was waren die Anfänge?

Am Anfang wurden Wolle, Felle und Socken auf regionalen Wochenmärkten verkauft. Bald kam der erste „Katalog“ hinzu, das war ein kopiertes Blatt, der aber bald umfangreicher wurde. Parallel wurde der Hofladen in Arnach eröffnet, wo man heute unser gesamtes Sortiment anschauen, anprobieren und kaufen kann. Im Jahr 1999 hatten wir zum ersten Mal eine eigene Homepage. Danach gab es eine gewisse Weitsicht zum Thema Onlineshop. Dieser wurde dann nach vielen Diskussionen mit externer Hilfe aufgelegt und 2003 online gestellt. Der Erfolg des Shops hat sich direkt in der Wirtschaftlichkeit des Finkhofs wiedergespiegelt. Kurze Zeit später stieß dieser Shop, in dem schon nahezu alle Artikel aus unserem Katalog erhältlich waren, an seine Grenzen und wurde 2005 überarbeitet. Damals wurde die Kommentarfunktion bei einer Bestellung noch rege genutzt und die Bezahlung war anfangs nur per Rechnung möglich. Die Bestellungen wurden dann ausgedruckt und in unser damaliges Warenwirtschaftssystem übertragen. So ist viel Arbeitszeit in die Bearbeitung der Aufträge und die Aktualisierung der Bestände geflossen. Seit einem Jahr arbeitet unser Warenwirtschaftssystem (Vario 7) und der Shop Hand in Hand und unser elektronisches Lager ist stets auf dem aktuellen Stand.

Der Shop begeistert mit wahnsinnig guten Fotos. Werden die selbst gemacht?

Lange Zeit haben wir auch die Fotos komplett selbst gemacht. Seit einigen Jahren arbeiten wir nun mit professionellen Fotografen zusammen. Bei ihnen liegt überwiegend die technische Ausführung, die Konzeption machen nach wie vor wir. Da wir jedes Jahr Fotos für unseren Katalog brauchen, und diese oft sehr lange Bestand haben, nutzen wir die in Eigenregie erstellten Bilder auch für den Shop. Natürlich hat der Shop mehr Möglichkeiten zur Produktdarstellung und auch zum Teil andere Anforderungen an die Bilder wie ein Katalog. Daher werden in den letzten Jahren vermehrt Bilder nur für den Shop gemacht. Bis auf die Hollowman-Bilder entstehen diese aber auch bei uns im Haus bzw. auf der Wiese am Stall.

Seit ihr generell sehr selfmade unterwegs oder gibt es viele Agenturen und Dienstleister, die sich um den Shop kümmern?

Generell versuchen wir erstmal so viel wie möglich selber zu machen. Nur wo die Fähigkeiten und das Know-How fehlt oder die Ressourcen es nicht zulassen, greifen wir auf externe Dienstleister zurück. Unsere Shops wurden stets von extern Aufgelegt und programmiert, die Inhalte und Vorgaben kommen aber immer von uns. Der aktuelle Shop wurde zusammen mit sfx-online aus Ravensburg entwickelt. Neben der Shopagentur greifen wir natürlich auf Zahlungsdienstleister zurück, treten aber bewusst Forderungen nicht an Dritte ab. Die Pflege der Systeme übernehmen wir, greifen aber hier und da auf externe Hilfe zurück.

Wie wichtig ist der Shop heute für Eure Wirtschaftlichkeit und wohin geht die Reise in den nächsten Monaten?

Der Shop macht inzwischen einen nennenswerten Teil unseres Umsatzes aus. Generell ist die wirtschaftliche Bedeutung des Onlinehandels als tendenziell steigend zu beobachten. Für uns und unsere Kunden spielt neben dem Online-Shop aber auch unser jährlich erscheinender Katalog nach wie vor und sicherlich auch in Zukunft noch eine zentrale Rolle. Daher ist uns wichtig, die beiden Welten der on- und offline-Kunden noch besser zu verzahnen und zu optimieren. Dafür haben wir zum Beispiel das Update auf die neuste Shopware-Version geplant und werden in den nächsten Monaten die Produktdetailseite sowie die Redaktionellen-Inhaltseiten unseres Shops verbessern. Hier war der Gewinn des Shop-Usability-Awards der halbe Weg zum Ziel, denn wir haben noch viel vor, um die intuitive Bedienung und den Informationsgehalt des Finkhof-Shops zu verbessern.