Der Shop Usability Award ist für uns die bedeutendste Auszeichnung im Deutschen e-Commerce!” zitiert Johannes Altmann den Vorstand der Shopware AG Stefan Heyne und ich zitiere Johannes Altmann. Ich gratuliere dem diesjährigen Gesamtgewinner Tennis-Point und allen Kategoriegewinnern. Sie alle zeigen, dass alte Unternehmertugenden wie Kreativität, Engagement, Mut, Verlässlichkeit, Disziplin und Vorbildfunktion in der relativ jungen E-Commerce-Branche nicht in Vergessenheit geraten.

Selbst im verflixten siebten Jahr setzt der Shop Usability Award einmal mehr den Maßstab für alle Auszeichnugen in der E-Commerce-Branche: 460 Einreichungen, 60 Nominierungen, eine hochkarätige Jury, glückliche Gewinner und eine phänomenale Preisverleihung in München. Hundertausende Treffer bei Google mit dem Begriff “Shop Usability Award”. Der Award bringt der Branche ein fulminantes Presseecho und die Gewinner dienen anderen Online-Händlern als Best-Practice-Beispiel.

Mission accomplished – für dieses Jahr. Denn der Bewerbungsstart für das kommende Jahr steht bereits fest und wird mit Sicherheit zu einem der Höhepunkte im E-Commerce-Kalender 2015.

Quo vadis E-Commerce?

Die Branchen-News hingegen könnten teilweise gegensätzlicher nicht sein. 50 – 80 Prozent der Online-Händler sollen in den nächsten Jahren vom Markt verschwinden, liest man. Die Zeiten rasanter Wachstumsraten seien erst mal vorbei, urteilt auch das Forschungsinstitut EHI Retail Institut. Nach aktuellen Hochrechnungen des IFH Köln steuert der Online-Handel 2014 auf ein neues Rekordhoch zu: Das Marktvolumen wird voraussichtlich knapp 43 Milliarden Euro erreichen.

Also, viel Lärm um nichts? Nicht ganz. In Deutschland gibt es 616.000 Onlineshops, wie iBusiness ermittelt hat. Davon werden sicherlich nicht alle so professionell und mit Herzblut betrieben wie die Gewinnershops des Shop Usability Awards. Sie werden dem Wettbewerbsdruck nicht standhalten und ersetzt werden. Einen Teil ihrer Nachfolger wird dasselbe Schicksal ereilen. „Wer nichts wird, wird Wirt“ hat im E-Commerce keine Gültigkeit. Selbst etablierte Händler und Hersteller mussten teilweise schmerzhaft lernen, dass sie ihre selbstgesteckten Onlinehandels-Ziele überschätzt haben und von 500 oder 5000 angepeilten Bestellungen in der Realität gerade einmal 50 getätigt wurden.

Eins steht fest, die E-Commerce Branche hat sich professionalisiert und wer nicht mitmacht, hat das Nachsehen.

Customer Experience, Big Data, Kosten senken, Effizienz steigern. Der E-Commerce ist den Kinderschuhen entwachsen und steht vor denselben Herausforderungen wie alteingesessene Branchen und er wird Lösungen finden.

Dabei lautet die Devise durchaus: Weiter wie bisher. Wenn Kreativität, Engagement, Mut, Verlässlichkeit, Disziplin und Vorbildfunktion die bisherigen Säulen des Erfolgs waren, müssen sie weiterhin kontinuierlich zum Einsatz kommen. Responsive Design, Mobile Commerce. Omnichannel. Natürlich kennt jeder diese Schlagwörter, aber wer kann von sich behaupten, mit ihrer Umsetzung abgeschlossen zu haben?

Genau das bedeutet E-Commerce. Nie fertig zu sein. Die größte Stärke erfolgreicher E-Commerce-Unternehmen ist es, keinem Trend zu folgen, sondern ihn individualisiert zum Standard zu machen, bevor er als solcher zu erkennen ist.

Roland Fesenmayr
Vorstand OXID eSales AG